9.5
Rattentanz
von Michael Tietz
2 Buchgesichter
haben dieses Buch bewertet.
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9
Plötzlicher Gesellschaftwandel
Ist dieser Debütroman des Jungautoren Michael Tietz ein Thriller oder nicht? Ein Jahr hat Tietz an diesem Buch geschrieben, schreibt er und bedankt sich bei seiner Lektorin und seinem Verleger dafür, dass sie das dicke Manuskript des Debütanten einer intensiven Prüfung unterzogen und für gut befunden haben.
Er erzählt im Nachwort, auch die Planung und das Schreiben des Romans sei reichlich unorthodox gewesen. Die Figuren verändern sich im schreiben aus dem Bösewicht wird eine tragende positive Person mit Schwächen, die Charaktere verändern sich, eine kurzzeitige Nebenfigur bekommt fast schon eine Hauptrolle.
Wir erinnern uns: An einem 23. Mai gehen alle Lichter aus. Alle. Strom, Handy weg, Flugzeuge fallen vom Himmel (gleichzeitig), die gesamte Infrastruktur bricht zusammen, die Regierung(en) sind sofort handlungsunfähig und nicht nur weil die G8 Staaten in Wladiwostok tagen. Es ist keine Atomexplosion in der Stratosphäre als terroristischer Akt mit ausgelöstem elektromagnetischem Impuls, nein, es ist ein dreigeteilter Computervirus von prüfungsmüden Schuljungen, der 400 Tage später als geplant wirkt und sich in der Zwischenzeit in allen wichtigen Systemen der Welt eingenistet hat. Die Buben spielen auch sofort gar keine Rolle mehr.
Geht das überhaupt? Kaum, schreibt der Autor, Experten sagen, dass dies wegen der Vielzahl der Systeme nicht geht und sich eine Steuereinheit in einem Atomkraftwerk von eurem Windowsrechner so unterscheidet wie ein VW-Käfer von einem Panzer. (Aber beide brauchen halt Benzin). Ob Katastrophenpläne so was aufhalten können, hat er alle möglichen Institutionen gefragt und keine klare Antwort erhalten. Ach du grüne Neune…
Es ist kein Thriller, es ist auch keine Katastrophengeschichte al la Hollywood, da gibt es nämlich einen alles überstrahlenden Helden. Okay, ein klein wenig erinnert die Story an THE DAY AFTER TOMORROW. Aber der Roman spielt nun mal nicht in Amerika sondern im Süden der Republik und die eigentlichen Helden sind die Bewohner eines kleinen Dorfes irgendwo bei Donaueschingen.
Es ist ein Buch über die sozialen Netzwerke, wie sie weg brechen, über das anschließende Chaos, die Plünderungen, Verbrechen, die Hungernot, Morde (ein Idiot sprengt die Bleilochtalsperre um die Wasser der Saale zu „befreien“) aber auch über Zusammenhalt und Hilfe, sei sie auch zuerst nur Zweckbündnis. Aber auch wie sie ziemlich archaiisch wieder entstehen. Stammeswirtschaft mit dem Wissen von heute. Großes Wort: Netzwerke, besser das Zusammenleben und Zusammenarbeiten der Menschen mit- und untereinander und der schwierige Weg dorthin. Und über Kinder, Alte und Junge, Versager und Macher, Blender und Verbrecher, Verrückte und Wissenschaftler. Und eine selbstlose Samariterin mit kleiner Tochter…
Zwingend beachten bitte: Wer geneigt ist, hinten schon mal nachzusehen wie es ausgeht, der soll alle Seiten raus reißen und wirklich eine nach der anderen lesen.
Er erzählt im Nachwort, auch die Planung und das Schreiben des Romans sei reichlich unorthodox gewesen. Die Figuren verändern sich im schreiben aus dem Bösewicht wird eine tragende positive Person mit Schwächen, die Charaktere verändern sich, eine kurzzeitige Nebenfigur bekommt fast schon eine Hauptrolle.
Wir erinnern uns: An einem 23. Mai gehen alle Lichter aus. Alle. Strom, Handy weg, Flugzeuge fallen vom Himmel (gleichzeitig), die gesamte Infrastruktur bricht zusammen, die Regierung(en) sind sofort handlungsunfähig und nicht nur weil die G8 Staaten in Wladiwostok tagen. Es ist keine Atomexplosion in der Stratosphäre als terroristischer Akt mit ausgelöstem elektromagnetischem Impuls, nein, es ist ein dreigeteilter Computervirus von prüfungsmüden Schuljungen, der 400 Tage später als geplant wirkt und sich in der Zwischenzeit in allen wichtigen Systemen der Welt eingenistet hat. Die Buben spielen auch sofort gar keine Rolle mehr.
Geht das überhaupt? Kaum, schreibt der Autor, Experten sagen, dass dies wegen der Vielzahl der Systeme nicht geht und sich eine Steuereinheit in einem Atomkraftwerk von eurem Windowsrechner so unterscheidet wie ein VW-Käfer von einem Panzer. (Aber beide brauchen halt Benzin). Ob Katastrophenpläne so was aufhalten können, hat er alle möglichen Institutionen gefragt und keine klare Antwort erhalten. Ach du grüne Neune…
Es ist kein Thriller, es ist auch keine Katastrophengeschichte al la Hollywood, da gibt es nämlich einen alles überstrahlenden Helden. Okay, ein klein wenig erinnert die Story an THE DAY AFTER TOMORROW. Aber der Roman spielt nun mal nicht in Amerika sondern im Süden der Republik und die eigentlichen Helden sind die Bewohner eines kleinen Dorfes irgendwo bei Donaueschingen.
Es ist ein Buch über die sozialen Netzwerke, wie sie weg brechen, über das anschließende Chaos, die Plünderungen, Verbrechen, die Hungernot, Morde (ein Idiot sprengt die Bleilochtalsperre um die Wasser der Saale zu „befreien“) aber auch über Zusammenhalt und Hilfe, sei sie auch zuerst nur Zweckbündnis. Aber auch wie sie ziemlich archaiisch wieder entstehen. Stammeswirtschaft mit dem Wissen von heute. Großes Wort: Netzwerke, besser das Zusammenleben und Zusammenarbeiten der Menschen mit- und untereinander und der schwierige Weg dorthin. Und über Kinder, Alte und Junge, Versager und Macher, Blender und Verbrecher, Verrückte und Wissenschaftler. Und eine selbstlose Samariterin mit kleiner Tochter…
Zwingend beachten bitte: Wer geneigt ist, hinten schon mal nachzusehen wie es ausgeht, der soll alle Seiten raus reißen und wirklich eine nach der anderen lesen.
Kommentare zur Rezension
23.07.2010 um 00:43 Uhr
Endlich ist sie da Deine Rezi , von dem Buch , dass schon bei der LPfür Unruhe sorgte .
17.07.2010 um 22:38 Uhr
Eine gute Rezension - und alle Zweifel beseitigt: muss ich lesen. Bald.
17.07.2010 um 20:15 Uhr
Hmmmm, klingt gut...
















